Spornitzer Karneval Verein


Vorsitzender: Christian Generich


Begonnen hat alles an einem verregneten Buß- und Bettag, dem 31.10.1956. Hans Esch, Vorsitzender des örtlichen Sportvereins, hatte schon länger die Idee, einen Sportlerkarneval ins Leben zu rufen und an diesem Tag beschlossen er und Gleichgesinnte, diese Idee in die Tat umzusetzen. Gleich im November kam es zur Gründung eines Elferrates unter der Regie des Sportvereins; die ersten Mützen und Schärpen wurden in Handarbeit von den Ehefrauen angefertigt und auch der Schlachtruf: „Spornitz Helau“ war schnell gefunden. Das erste Faschingsfest am 23. Februar 1957 mit Helmut Ewerdt als Präsident und unter der Gesamtleitung von Hans Esch fand in einem vollkommen überfüllten Saal statt und war ein Riesenerfolg, der den Grundstein für die kommenden Jahre legte. Prinz Walter I. (Rohde) und Prinzessin Rita (Wiedenhaupt) waren das Prinzenpaar der ersten Saison, nach der sich alle einig waren: Der Karneval in Spornitz muss und soll auch in den nächsten Jahren weitergeführt werden. Ein Ziel, an dem alle Aktiven auch 2006 noch mit großem persönlichem Einsatz arbeiten. Im Gegensatz zu heute, wo auch Tanzvorführungen, Gesangseinlagen und Schunkelrunden zu einem festen Bestandteil der Veranstaltungen gehören, gab es in diesen Anfangsjahren des Karnevals in Spornitz nur Büttenabende mit anschließendem Tanz. Die Gäste hatten keine Stühle sondern mussten in Bankreihen platz nehmen und trotzdem reichten drei Wochenenden Karneval nicht aus, um die enorme Kartennachfrage zu decken. Erfolgreiche Büttenredner der ersten Jahre waren unter anderem Albert Voß, Gerhard Beckendorf, Otto Voß, Karl Wahls und Reinhard Schröder. Die beiden letztgenannten sind auch heute noch aktive Vereinsmitglieder und wurden dafür im November vergangenen Jahres mit dem Verdienstorden in Gold mit Brillanten des Bundes Deutscher Karneval ausgezeichnet. Auch die jährlichen stattfindenden Umzüge durch das Dorf waren in den Anfangsjahren ein fester Bestandteil des Vereinslebens. Ab 1981 fanden die Veranstaltungen des SKV im Gaststättenkomplex „Goldene Ähre“ statt. Hier standen dem Spornitzer Karneval Verein 500 Sitzplätze für das Publikum sowie eine große Bühne mit guter Beleuchtung zur Verfügung, wodurch der Karneval in den Achtzigern die bis dahin erfolgreichsten Jahre mit den höchsten Besucherzahlen erlebte. Nach der Saison 1981/82 führte der Spornitzer Karneval Verein den Karneval, der bis dahin unter der Regie des ansässigen Sportvereins stattgefunden hatte, als eigenständiger Verein weiter. Für den Sportverein fand damit eine langjährige erfolgreiche Arbeit ihren Abschluss. Der Programmablauf wurde um weitere Höhepunkte bereichert, denn im Sommer 1982 gründete sich die große Tanzgarde des SKV. Bis dahin hatte es nur die Prinzengarde gegeben, die das Prinzenpaar und die Büttenredner in den Saal begleiteten. Einige Jahre später, 1986, wurde dann die Männertanzgruppe gegründet, die ebenso wie die große Garde des SKV mit wechselnder Besetzung bis heute besteht. Damals wurden die Grundlagen für die zukünftigen Programme des Vereins gelegt, die auch heute noch eine bewährte Mischung aus Tanz und Büttenrede sind. Bereits zu dieser Zeit fanden neben den schon traditionellen Abendveranstaltungen auch ein Kinderkarneval und eine Seniorenveranstaltung statt. Auch für den Seniorenkarneval gab es immer eine enorme Kartennachfrage, so dass auf diesen Veranstaltungen gelegentlich über 600 Gäste bei Kaffee und Kuchen und einem abwechslungsreichen Programm gemütlich miteinander feierten. Bei diesem Programm tat sich in den Achtzigern auch eine neue Generation der Büttenredner hervor, die es schaffte, beim Publikum Heiterkeit und begeisterte Zustimmung hervorzurufen. Besonders erfolgreiche Redner waren hierbei Hans Otto Schröder, Hans Erich Rogmann, Klaus und Mike Seelandt, Silvia Schonda, Peter Dobslaff und Wolfgang Gildhoff, wobei dieser mit seiner plattdeutschen Mundart besonders begeisterte. Somit waren die Jahre in der Gaststätte „Goldene Ähre“ wohl die erfolgreichsten für den Spornitzer Karneval. Die neunziger Jahre begannen für den Spornitzer Karneval Verein mit einem Wechsel an der Vereinsspitze. Im November 1991 übergab der langjährige Präsident Helmut Ewerdt sein Amt in die Hände von Peter Dobslaff, der dieses Amt seitdem ausübt. Nach dem Umbau der Gaststätte „Goldene Ähre“ in eine Großraumdiskothek, die nicht mehr für Karnevalsveranstaltungen geeignet war, hatte der Verein keinen Saal mehr im Ort und war praktisch heimatlos. In den umliegenden Dörfern und Gemeinden suchte und fand man aber räumlichen Alternativen. So kam es, dass der SKV unter anderem in Matzlow, Blievenstorf, Poltnitz, Brenz und Neustadt-Glewe für volle Häuser und ausgelassene Stimmung sorgte, bevor er 1993/94 im leerstehenden Kulturhaus im Ortsteil Dütschow vorübergehend einen festen Veranstaltungsort fand. Allerdings war in diesem Saal nur Platz für maximal 180 Personen, so dass der Verein wieder ganz klein anfangen musste. Von den beiden Veranstaltungen, die im ersten Jahr in Dütschow stattfinden sollten, musste eine sogar wegen mangelnder Nachfrage abgesagt werden. Aber bald ging es wieder aufwärts und 1997, in der letzten Saison in Dütschow, fanden beide Abendveranstaltungen wieder vor ausverkauftem Haus statt. So konnte man optimistisch in die Zukunft blicken, als im November 1997 mit der Fertigstellung der neuen Sport- und Mehrzweckhalle in Spornitz endlich wieder ein großer Saal als feste Heimstätte im eigenen Ort zur Verfügung stand. In den folgenden Jahren gelang es dann auch, an die großen Erfolge der achtziger Jahre anzuknüpfen, wobei das Publikum nicht nur aus treuen Anwohnern der Gemeinde Spornitz besteht, sondern zum großen Teil auch aus Stammgästen der umliegenden Dörfer und Städte. Auch heute begeistern die mittlerweile vier Tanzgruppen und zahlreichen Büttenredner, darunter auch Nachwuchsredner wie Christian Nemec, Ronny Mathes und Nadine Hinzpeter, die 2003 den Jugendkunstpreis der Büttenredner in Mecklenburg - Vorpommern gewann, mit einem umfangreichen und unterhaltsamen Programm. K.D.